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Allergie & Heuschnupfen: Der Ratgeber Ihrer Apotheke (onlineapo.at)

Fachlich geprüft von Mag. pharm. Ingeborg Sabernik, Rosen-Apotheke OG, St. Jakob im Rosental (Kärnten) · Stand: Juli 2026 · Trusted Shops 4,87★

Das Wichtigste in Kürze

  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis) ist eine überschießende Immunreaktion auf eigentlich harmlose Pollen. Der Botenstoff Histamin löst die typischen Beschwerden aus: Fließschnupfen, Niesen, juckende und tränende Augen.
  • Über eine Million Menschen in Österreich sind von einer Pollenallergie betroffen, Tendenz steigend (Österreichischer Polleninformationsdienst / MedUni Wien).
  • Rezeptfreie Allergietabletten und weitere rezeptfreie Mittel helfen in vier Gruppen: Antihistaminika-Tabletten (z. B. Desloratadin), antiallergische Nasensprays (Azelastin), Augentropfen (Levocabastin) und Nasenspülungen mit Salzlösung.
  • Kortisonhaltige Nasensprays (z. B. Mometason) sind in Österreich rezeptpflichtig
  • Am besten früh beginnen: Die Behandlung wirkt am besten, wenn Sie starten, bevor die Pollenbelastung ihren Höhepunkt erreicht.
  • In Österreich startet die Saison je nach Region oft schon im Jänner mit Hasel und Erle und reicht durch Ragweed bis in den Oktober.

Was ist Heuschnupfen genau?

Heuschnupfen ist eine allergische Entzündung der Nasenschleimhaut, bei der das Immunsystem harmlose Pollen fälschlich als Bedrohung einstuft und mit einer Abwehrreaktion antwortet. Fachlich spricht man von allergischer Rhinitis. Auslöser der spürbaren Beschwerden ist der Botenstoff Histamin.

Die Reaktion läuft in zwei Phasen ab. Beim Erstkontakt (Sensibilisierung) stuft das Immunsystem ein Allergen (etwa Birkenpollen) als gefährlich ein und bildet dagegen spezifische IgE-Antikörper. Diese setzen sich an sogenannte Mastzellen in den Schleimhäuten. Meist entstehen dabei noch keine Beschwerden. Erst beim Folgekontakt bindet das Allergen an diese Antikörper, die Mastzellen schütten schlagartig Histamin und weitere Botenstoffe aus. Jetzt wird die Allergie spürbar.

Histamin ist dabei der zentrale Auslöser: Es erweitert die kleinen Blutgefäße, macht sie durchlässiger (Schwellung), regt die Schleimproduktion an und reizt Nervenenden, was Juckreiz und Niesreiz verursacht. Daraus entstehen die klassischen Heuschnupfen-Symptome.

Fachleute unterscheiden Heuschnupfen heute nicht mehr streng in „saisonal" und „ganzjährig", sondern nach der Dauer der Beschwerden (nach der internationalen ARIA-Klassifikation). Intermittierend bedeutet Beschwerden an weniger als vier Tagen pro Woche oder über weniger als vier Wochen. Persistierend bedeutet häufigere und länger anhaltende Symptome.

Wie viele Menschen in Österreich sind betroffen?

Über eine Million Menschen in Österreich leiden an einer Pollenallergie; manche Erhebungen gehen von noch deutlich höheren Zahlen aus. Heuschnupfen ist damit die häufigste allergische Erkrankung des Landes, und die Zahl der Betroffenen steigt seit Jahrzehnten.

Die Österreichische Lungenunion nennt rund 1,75 Millionen Menschen, die im Lauf ihres Lebens vom „allergischen Marsch" (der Abfolge verschiedener allergischer Erkrankungen) betroffen sind. Eine IMAS-Umfrage aus dem Jahr 2023 kam zu dem Ergebnis, dass rund 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (also etwa jede fünfte bis sechste Person) eine Allergie haben, die meisten davon einen Heuschnupfen. Die genauen Zahlen schwanken je nach Erhebungsmethode; belastbar bleibt die Aussage, dass weit über eine Million Menschen betroffen sind. Bereits der erste Österreichische Allergiebericht aus dem Jahr 2006 dokumentierte diese Entwicklung systematisch.

Weiterlesen: Warum Allergien immer häufiger werden und was Ihr Körper Ihnen damit sagen will

Warum werden Allergien immer häufiger?

Allergien haben in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich, unter anderem veränderte Lebensbedingungen, eine erbliche Veranlagung und der Klimawandel. Eine einzelne Ursache gibt es nicht.

Ein wesentlicher Treiber ist der Klimawandel. Höhere Temperaturen und eine gestiegene CO₂-Konzentration führen dazu, dass Pflanzen früher und länger blühen und teils auch mehr Pollen bilden. Laut MedUni Wien blüht etwa die Esche heute rund 14 Tage früher als noch vor 20 bis 30 Jahren. Auch die Pollenmengen sind gestiegen: bei der Esche laut MedUni um mehr als das Fünffache, bei der Birke etwa auf das Doppelte. Hinzu kommen neu eingewanderte Arten wie Ragweed, die die Belastung bis in den Herbst verlängern. Diskutiert wird außerdem die sogenannte Hygienehypothese, wonach ein in früher Kindheit wenig gefordertes Immunsystem später eher zu Überreaktionen neigt.

Welche Symptome verursacht Heuschnupfen?

Heuschnupfen betrifft vor allem Nase und Augen: typisch sind wässriger Fließschnupfen, eine verstopfte Nase, Niesattacken, Nasenjucken sowie juckende, tränende und gerötete Augen. Häufig kommen Müdigkeit und Konzentrationsprobleme hinzu.

Die Beschwerden folgen direkt aus der Histaminwirkung. An der Nase entstehen durch Schwellung und Reizung eine verstopfte oder rinnende Nase sowie Niesreiz und Juckreiz. An den Augen reagiert die Bindehaut mit Jucken, Tränen und Rötung (allergische Konjunktivitis). Auch Rachen und Gaumen können mit Kratzen, Juckreiz und gelegentlichem Reizhusten mitreagieren.

Zum Beschwerdebild gehören auch Allgemeinsymptome: Viele Betroffene fühlen sich in der Pollensaison müde und weniger leistungsfähig. Das liegt teils daran, dass der Körper dauerhaft eine Entzündungsreaktion bewältigt, teils an der verstopften Nase, die den Schlaf stört. Diese „Pollen-Fatigue" gehört zum Beschwerdebild.

Heuschnupfen oder Erkältung: wie erkenne ich den Unterschied?

Jucken an Nase und Augen, klares wässriges Sekret, Wetterabhängigkeit und ein Verlauf über Wochen sprechen für eine Allergie. Fieber, Gliederschmerzen, zähes Sekret und ein Abklingen nach etwa einer Woche deuten dagegen auf eine Erkältung hin.

MerkmalHeuschnupfen (Allergie)Erkältung (viraler Infekt)
Nasensekretklar, dünn, wässrigzäh, oft gelblich/grünlich
Beginnplötzlich bei Allergenkontaktschleichend über Tage
DauerWochen bis Monatemeist nach ~1 Woche vorbei
Juckreiz (Nase/Augen)typisch, oft starkuntypisch
Niesenanfallsartige Salveneher einzeln
Augenjucken/tränen häufig mitselten betroffen
Fieber, Gliederschmerzenneinhäufig
Wetterabhängigkeitja (draußen schlimmer, Regen bessert)nein

Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie über die richtige Behandlung entscheidet, und weil ein hartnäckiger „Dauerschnupfen" im Frühjahr oft ein bislang unerkannter Heuschnupfen ist.

Weiterlesen: Heuschnupfen oder Erkältung? So erkennen Sie den Unterschied

Wann fliegen welche Pollen in Österreich?

In Österreich beginnt die Pollensaison je nach Region und Witterung oft schon im Jänner mit den Frühblühern Hasel und Erle, geht im Frühjahr in die Baumpollen (vor allem Birke) über, im Sommer folgen die Gräser, und ab August schließt Ragweed die Saison ab. Die genauen Zeiten verschieben sich klimabedingt von Jahr zu Jahr.

PollenHauptblütezeitAnmerkung
HaselJänner–Märzerster Frühblüher, im Osten früh
ErleJänner–Märzmit Hasel verwandt (Kreuzreaktion)
Esche~März–Aprilblüht laut MedUni ~14 Tage früher als vor 20–30 Jahren
BirkeApril–Anfang Juni, Höhepunkt ~Mitte Aprilstärkster Baumpollen-Auslöser
Gräserab Mai bis Juli/Augusthäufigster Sommer-Auslöser
BeifußJuli/August, bis Septemberteils zweite Blühphase im Herbst
Ragweed/AmbrosiaMitte August–Oktoberschließt die Saison ab

Für Betroffene in Österreich ist der Österreichische Polleninformationsdienst (polleninformation.at) die wichtigste Anlaufstelle. Betrieben wird er von der MedUni Wien auf Basis eines österreichweiten Messnetzes. Über die Pollen+ App erhalten Sie lokale Prognosen, Push-Meldungen zu Blühzeiten und (bei Nutzung des Pollentagebuchs) sogar personalisierte Symptomprognosen. Das Pollentagebuch ist eines der erfolgreichsten Citizen-Science-Projekte Österreichs; Sie können Ihren Verlauf dokumentieren und den Bericht mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt teilen.

Besonders für Südösterreich relevant ist Ragweed (Ambrosia). Diese eingewanderte Pflanze ist vor allem im Osten und Süden des Landes etabliert: Wien, Burgenland, Niederösterreich, Kärnten und die Steiermark gelten als Schwerpunkte. Ragweed ist ein sehr potentes Allergen. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft (Fachleute nennen Werte von etwa 5 bis 10) können bei Betroffenen Beschwerden auslösen. Eine einzige Pflanze bildet je nach Standort mehrere Tausend bis zu 60.000 Samen, die bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben (Neobiota Austria / Land Burgenland). Das Burgenland verabschiedete 2021 als erstes Bundesland ein eigenes Ragweed-Gesetz. Weil wir unsere Apotheke in St. Jakob im Rosental in Kärnten betreiben, kennen wir die Ragweed-Problematik unserer Region aus der täglichen Beratung.

Weiterlesen: Allergie-Saison 2026: Wann welche Pollen fliegen

Was ist eine Kreuzallergie, und welche Lebensmittel sind betroffen?

Eine Kreuzallergie liegt vor, wenn das Immunsystem Pollen und bestimmte Lebensmittel verwechselt, weil deren Eiweiße einander ähneln. Bekanntestes Beispiel: Wer auf Birkenpollen reagiert, verträgt oft auch rohen Apfel schlecht.

Der Hintergrund ist das sogenannte Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom: Birkenpollen-Allergikerinnen und -Allergiker reagieren häufig auch auf Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche und Nüsse (besonders Haselnuss). Beifuß und Ragweed wiederum stehen im „Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom": hier können Sellerie, Karotte und bestimmte Gewürze Beschwerden auslösen.

PollenHäufig betroffene Lebensmittel
BirkeApfel, Birne, Pfirsich, Kirsche, Haselnuss, Nüsse
Beifuß / RagweedSellerie, Karotte, Gewürze
GräserGetreide, Erdnuss, Tomate (seltener)

Kreuzallergien sind häufig: Laut allergologischen Fachgesellschaften sind bis zu 60 Prozent der Nahrungsmittelallergien bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen solche Kreuzreaktionen. Viele Betroffene vertragen die auslösenden Früchte geschält oder gekocht oft besser, etwa Apfelmus oder Kompott statt rohem Apfel.

Was hilft wirklich bei Heuschnupfen?

Bei Heuschnupfen helfen rezeptfrei vor allem vier Gruppen von Mitteln: rezeptfreie Allergietabletten (Antihistaminika) wirken systemisch gegen Nasen- und Augenbeschwerden, antiallergische Nasensprays und Augentropfen wirken schnell und gezielt vor Ort, und Nasenspülungen entfernen Pollen mechanisch. Welche Option passt, hängt davon ab, welche Beschwerden im Vordergrund stehen.

Sehen wir uns die Gruppen einzeln an. Wir empfehlen, mit der Behandlung zu beginnen, bevor die Belastung ihren Höhepunkt erreicht, nicht erst, wenn die Beschwerden bereits stark sind.

Eine ausführliche Gegenüberstellung der einzelnen Optionen finden Sie in unserem eigenen Vergleichsbeitrag:

Weiterlesen: Was hilft wirklich bei Heuschnupfen? Die Optionen im Vergleich

Rezeptfreie Allergietabletten (Antihistaminika, z. B. Desloratadin)

Rezeptfreie Allergietabletten (orale Antihistaminika der zweiten Generation) blockieren die Andockstellen für Histamin und lindern dadurch Jucken, Niesen, Fließschnupfen und Augenbeschwerden zugleich. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin, Desloratadin und Fexofenadin. Sie gehören zu den am häufigsten nachgefragten Antihistaminika ohne Rezept.

Der Vorteil dieser modernen Präparate: Sie überwinden die Blut-Hirn-Schranke kaum und machen deshalb deutlich weniger müde als ältere Antihistaminika. Cetirizin wirkt rasch (in der Regel innerhalb von 30 bis 60 Minuten) und hält etwa 24 Stunden an. Das macht es zu einem guten Allrounder bei täglichen Beschwerden, die Nase und Augen betreffen. Einzelne Menschen werden dennoch leicht müde; dann kann ein Präparatewechsel sinnvoll sein, den Sie gerne mit uns besprechen. (Ein Beispiel aus unserem Sortiment: Desloratadin Genericon Filmtabletten.)

Antiallergische Nasensprays (Azelastin)

Antihistaminhaltige Nasensprays (oft kurz „Allergiespray") mit dem Wirkstoff Azelastin wirken lokal direkt an der Nasenschleimhaut und setzen sehr schnell ein, oft schon nach etwa 15 Minuten. Sie sind die passende Wahl, wenn vor allem die Nase betroffen ist und eine rasche, gezielte Wirkung gewünscht wird. (Beispiel: Vividrin Azelastin Nasenspray.)

Antiallergische Augentropfen (z. B. Levocabastin)

Stehen juckende, tränende und gerötete Augen im Vordergrund, helfen antiallergische Augentropfen mit Wirkstoffen wie Levocabastin, Azelastin oder Cromoglicinsäure. Sie hemmen die Histaminwirkung direkt an der Bindehaut. (Beispiel: Livostin Augentropfen.)

Nasenspülung mit Salzlösung

Eine Nasenspülung mit isotonischer Salzlösung ist kein Medikament, sondern eine unterstützende Maßnahme: Sie spült anhaftende Pollen und Sekret mechanisch aus der Nase und befeuchtet die gereizte Schleimhaut. Viele unserer Kundinnen und Kunden nutzen sie ergänzend, gerne abends nach einem Tag im Freien. Sie ist gut kombinierbar und auch für Schwangere und Kinder unkritisch. (Beispiel: Emser Nasendusche inkl. Nasenspülsalz.)

Vorbeugende Mastzellstabilisatoren

Cromone (Cromoglicinsäure) als Nasenspray oder Augentropfen stabilisieren die Mastzellen und verhindern so die Histaminausschüttung. Sie wirken vorbeugend und sollten idealerweise etwa eine Woche vor dem erwarteten Pollenflug begonnen und regelmäßig angewendet werden. Sie sind mild und gut verträglich.

Kortisonhaltige Nasensprays: nur über den Arzt

Kortisonhaltige (glukokortikoidhaltige) Nasensprays mit Wirkstoffen wie Mometason, Fluticason oder Budesonid gelten fachlich als sehr wirksam bei mittelschweren bis schweren Beschwerden. In Österreich sind sie jedoch rezeptpflichtig. Sie erhalten sie also nicht frei in der Apotheke, sondern ausschließlich nach ärztlicher Verordnung. Bei stärkeren, mit rezeptfreien Mitteln nicht ausreichend beherrschbaren Beschwerden kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein solches Spray verordnen. Sprechen Sie das bei Bedarf ärztlich ab.

Wirkstoff-Übersicht auf einen Blick

OptionDarreichungWirkeintrittRezeptfrei?Besonders geeignet bei
Desloratadin  & Co.Tablette30–60 minjaNasen- und Augenbeschwerden, täglich
AzelastinNasenspray~15 minjavorwiegend Nasenbeschwerden
LevocabastinAugentropfenraschjavorwiegend Augenbeschwerden
SalzlösungNasenspülungmechanischjaergänzend, jederzeit
Kortison-NasensprayNasenspraynein (Rx)stärkere Beschwerden, nur über Arzt

Zur Übersicht im Shop: Themenseite Allergie & allergischer Schnupfen · Kategorie Allergie

Was ist eine Hyposensibilisierung?

Die Hyposensibilisierung (fachlich: spezifische Immuntherapie oder Allergen-Immuntherapie) ist die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt: Der Körper wird über längere Zeit kontrolliert an das Allergen gewöhnt. Sie wird ausschließlich ärztlich durchgeführt und dauert in der Regel etwa drei Jahre.

Dabei erhalten Betroffene das Allergen in langsam steigender Dosis: entweder als Spritze (subkutan) oder als Tablette bzw. Tropfen unter der Zunge (sublingual). Ziel ist, das Immunsystem an das Allergen zu gewöhnen, sodass die Beschwerden langfristig zurückgehen. Eine Immuntherapie kann zudem dem „Etagenwechsel" zu allergischem Asthma vorbeugen. Als Apotheke bewerten oder empfehlen wir diese ärztliche Therapie nicht, nennen sie aber als seriöse Option für alle, die eine ursächliche Behandlung wünschen.

Was kann ich im Alltag gegen Heuschnupfen tun?

Im Alltag lässt sich die Pollenbelastung mit einfachen Maßnahmen spürbar senken: richtig lüften, Pollen aus Haaren und Kleidung fernhalten und die Nase regelmäßig spülen. Diese Maßnahmen ersetzen keine Medikamente, verringern aber den Allergenkontakt.

Bewährt haben sich vor allem:

  • Richtig lüften: in der Stadt eher morgens, auf dem Land eher abends, weil die Pollenbelastung dann jeweils geringer ist.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen, damit sich keine Pollen darin fangen.
  • Abends die Haare waschen und getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen, um die Nacht pollenarm zu halten.
  • Eine Nasenspülung am Abend, die anhaftende Pollen mechanisch entfernt.
  • Ein Pollenschutzgitter am Schlafzimmerfenster kann zusätzlich helfen.

Manche Betroffene setzen ergänzend auf pflanzliche Stoffe wie Quercetin. Solche Nahrungsergänzungsmittel können die Ernährung ergänzen, ein Wirkversprechen gegen Heuschnupfen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Weiterlesen: Allergie im Alltag: Maßnahmen, die Ihre Beschwerden spürbar reduzieren

Was gilt für Kinder und Schwangere?

Bei Kindern, Schwangeren und Stillenden sollte die Behandlung von Heuschnupfen immer ärztlich oder pharmazeutisch begleitet werden, weil nicht jeder Wirkstoff für jede Gruppe gleichermaßen geeignet ist. Nasenspülungen mit Salzlösung sind hier eine unkritische, gut verträgliche Basismaßnahme.

Bei Kindern treten Pollenallergien häufig erstmals im Schulalter auf; anhaltende oder starke Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt, auch um einem Etagenwechsel zu Asthma vorzubeugen. In Schwangerschaft und Stillzeit gibt es Wirkstoffe, die als besser untersucht und geeigneter gelten als andere. Welche das im Einzelfall sind, klären Sie bitte mit Ihrer Praxis oder mit uns in der Apotheke.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn rezeptfreie Mittel nicht ausreichend helfen, die Beschwerden länger als etwa zwei Wochen anhalten oder sich verschlechtern. Dringend abklären sollten Sie Atemnot, pfeifende Atmung oder Engegefühl in der Brust, weil dies auf einen Übergang zu allergischem Asthma hindeuten kann.

Aus Sicht der Selbstmedikation gilt: Rezeptfreie Mittel sind für leichte bis mittlere, klar zuordenbare Beschwerden gedacht. Zur ärztlichen Abklärung raten wir bei folgenden Warnzeichen:

  • Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust, hartnäckiger Reizhusten: möglicher „Etagenwechsel" zu allergischem Asthma, bei dem die Entzündung von der Nase in die unteren Atemwege wandert.
  • Beschwerden länger als rund zwei Wochen oder deutliche Verschlechterung.
  • Keine ausreichende Besserung trotz korrekt angewendeter rezeptfreier Mittel.
  • Fieber, einseitige oder eitrige Beschwerden, starke Kopf- oder Gesichtsschmerzen: Hinweise auf einen Infekt oder eine Nebenhöhlenbeteiligung.
  • Beschwerden bei Kindern, Schwangeren oder Stillenden sowie bei bekannten Vorerkrankungen.
  • Wunsch nach einer gesicherten Diagnose per Allergietest (Haut-Pricktest oder spezifisches IgE im Blut).

Der Etagenwechsel ist der wichtigste Grund, Heuschnupfen ernst zu nehmen: Rechtzeitige Behandlung kann helfen, diesem Verlauf vorzubeugen.

Wie berät Sie Ihre Apotheke in Kärnten bei Heuschnupfen?

In unserer Apotheke in St. Jakob im Rosental ist die häufigste Frage in der Pollensaison: „Was hilft schnell?" In der Beratung achten wir zuerst darauf, welche Beschwerden im Vordergrund stehen (Nase, Augen oder beides), und wählen danach die passende rezeptfreie Option aus.

Eine strukturierte Übersicht aller rezeptfreien Produkte finden Sie auf unserer Themenseite Allergie & allergischer Schnupfen und in der Kategorie Allergie. Für persönliche Fragen sind wir vor Ort und online gerne für Sie da.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert Heuschnupfen bzw. eine Pollenallergie?

Die Beschwerden halten so lange an, wie die auslösenden Pollen fliegen. Je nach Allergen können das Wochen bis Monate sein. Sobald kein Allergenkontakt mehr besteht, klingen die Symptome ab. Eine Pollenallergie an sich bleibt meist über Jahre bestehen; nur eine ärztliche Immuntherapie setzt an der Ursache an.

Woran erkenne ich, ob ich Heuschnupfen oder eine Erkältung habe?

Für einen Heuschnupfen sprechen Jucken an Nase und Augen, klares wässriges Sekret, anfallsartiges Niesen, eine Wetterabhängigkeit der Beschwerden und ein Verlauf über Wochen. Für eine Erkältung sprechen Fieber, Gliederschmerzen, zäheres Sekret und ein Abklingen nach etwa einer Woche.

Kann Heuschnupfen plötzlich im Erwachsenenalter auftreten?

Ja. Eine Pollenallergie kann sich in jedem Lebensalter erstmals zeigen, auch wenn man früher nie betroffen war. Treten die Beschwerden erstmals im Erwachsenenalter auf und schränken sie den Alltag ein, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Welche rezeptfreie Allergietablette hilft bei Heuschnupfen am besten?

Ein pauschal „bestes" Mittel gibt es nicht: Es hängt davon ab, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Bei Nasen- und Augenbeschwerden zugleich ist eine rezeptfreie Allergietablette mit Cetirizin ein guter Allrounder; bei reinen Nasenbeschwerden ein Azelastin-Nasenspray, bei Augenbeschwerden antiallergische Augentropfen. Wir beraten Sie gerne individuell.

Was hilft schnell bei akuten Heuschnupfen-Beschwerden?

Lokale Mittel wirken am schnellsten: Ein Azelastin-Nasenspray setzt oft schon nach etwa 15 Minuten ein, antiallergische Augentropfen lindern rasch am Auge. Eine rezeptfreie Allergietablette mit Cetirizin wirkt meist innerhalb von 30 bis 60 Minuten und deckt mehrere Bereiche zugleich ab.

Welche Hausmittel gegen Heuschnupfen sind fachlich sinnvoll?

Fachlich belastbar ist vor allem die Nasenspülung mit isotonischer Salzlösung, die Pollen mechanisch aus der Nase entfernt. Ergänzend helfen richtiges Lüften, das Fernhalten von Pollen aus Kleidung und Haaren sowie das abendliche Haarewaschen. Nahrungsergänzungsmittel können die Ernährung ergänzen, ein Wirkversprechen lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Welche Pollen fliegen in Österreich wann?

In Österreich starten Hasel und Erle oft schon im Jänner, gefolgt von Esche und Birke im Frühjahr, den Gräsern ab Mai sowie Beifuß und Ragweed von August bis Oktober. Aktuelle lokale Prognosen bietet der Österreichische Polleninformationsdienst (polleninformation.at) mit seiner Pollen+ App.

Was ist eine Kreuzallergie und welche Lebensmittel sind betroffen?

Bei einer Kreuzallergie reagiert das Immunsystem auf Lebensmittel, deren Eiweiße den Pollen ähneln. Birkenpollen-Allergiker vertragen oft Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche und Nüsse schlecht; bei Beifuß und Ragweed sind es Sellerie, Karotte und Gewürze. Geschält oder erhitzt werden die Auslöser häufig besser vertragen.

Welche Allergiemedikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten: Manche Wirkstoffe gelten als besser untersucht und geeigneter als andere. In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Auswahl daher immer ärztlich oder pharmazeutisch abklären. Die Nasenspülung mit Salzlösung ist eine unkritische, sichere Basismaßnahme.

Wann ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll, und übernimmt die ÖGK die Kosten?

Eine Hyposensibilisierung kommt vor allem infrage, wenn die Beschwerden ausgeprägt sind, mehrere Jahre bestehen oder ein Etagenwechsel zu Asthma droht. Sie ist die einzige ursächliche Therapie, wird ausschließlich ärztlich durchgeführt und dauert etwa drei Jahre. Fragen zur Kostenübernahme klären Sie am besten direkt mit Ihrer Praxis und Ihrer Krankenkasse.

Kann Heuschnupfen zu Asthma führen?

Ja, ein unbehandelter Heuschnupfen kann in einen sogenannten Etagenwechsel münden, bei dem die allergische Entzündung von der Nase in die unteren Atemwege wandert und sich allergisches Asthma entwickelt. Warnzeichen sind Atemnot, pfeifende Atmung und Engegefühl in der Brust. Hier ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Über den Autor

Mag. pharm. Ingeborg Sabernik ist Apothekerin und führt die Rosen-Apotheke OG mit der Versandapotheke onlineapo.at in St. Jakob im Rosental, Kärnten. Als österreichische Apotheke beraten wir zu rezeptfreien Optionen bei Heuschnupfen fachlich und seriös. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei anhaltenden, stärkeren oder erstmals auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Quellen

Quellen dieses Beitrags (Auswahl): Österreichischer Polleninformationsdienst / MedUni Wien (polleninformation.at), Gesundheitsportal des Bundes (gesundheit.gv.at), Österreichische Lungenunion (lungenunion.at), Land Burgenland / Neobiota Austria (Ragweed), Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums, ARIA-Leitlinie 2019.

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